100 Jahre
100 Jahre

Eifelverein OG Marmagen



100 Jahre Eifelverein Ortsgruppe Marmagen

Jubiläumsfeier zum 100 jährigen Bestehen des Eifelvereins Ortsgruppe Marmagen
+ Bezirkswandertag der Bezirksgruppe Euskirchen

Marmagen – älteste Siedlung im ehem. Kreis Schleiden                       
von Peter Steinbusch

 

100 Jahre Eifelverein Marmagen

 

Die Ortsgruppe Marmagen des Eifelvereins feiert in diesem Jahr ihr 100 jähriges Bestehen. Herr Dr. med. Alois Schmidt aus Würzburg, ein gebürtiger Marmagener, regte die Gründung einer Ortsgruppe des Eifelvereins an. Im August 1906 wurde eine Liste zum Einschreiben aufgelegt, in der sich 36 interessierte Bürgerinnen und Bürger von Marmagen einschrieben. Pfarrer Kremers rief dann für den 23. Dezember 1906 eine Versammlung in der Gastwirtschaft von Oswald Schmidt ein. Es nahmen 9 Personen an der Versammlung teil, gründeten die neue Ortsgruppe Marmagen und wählten auf Vorschlag des Herrn Pfarrers den Lehrer Wilhelm Schumacher zum Vorsitzenden, der auch die Geschäfte des Schriftführers und des Kassierers besorgte.

 

Nun können wir auf eine 100 jährige Vereinsgeschichte zurückblicken und als Bürger eines geschichtsträchtigen Ortes wie Marmagen, geht der Blick, gehen die Gedanken auch über das Gründungsjahr hinaus in die Vergangenheit.

 

Im August 1907 schreibt Dr. med. Alois Schmidt im Eifelvereinsblatt:“Nachdem die Glanzpunkte der Eifel in diesen Blättern ziemlich alle zu Wort gekommen sind, dürfte es den bescheidenen Eifelplätzchen erlaubt sein, etwas von sich reden zu machen. Unter diesen besitzt Marmagen, die jüngste Ortsgruppe des Eifelvereins, sicherlich ein Vorrecht, nämlich das des Alters, denn es ist einer der ältesten Eifelorte. Hier bebaute der Kelte schon sein Feld.

 

Marco-magus, Feld des Marcus, nannte er die Siedlung. Und später hallte hier der weite Wald wieder von den Schrittenrömischer Legionssoldaten, welche der von Trier nach Köln führenden römischen Heerstraße entlang zogen. Zur Bewachung dieser Straße lag eine ständige Besatzung in dem Kastell Marcomagus, das schon der Kaiser Antonius in der im Jahre 140 nach Christus erschienenen Reisekarte, dem Itinerarium Antonini, anführt. An diese alten Zeiten erinnert jetzt nichts mehr. Möglicherweise ruhen auch noch im Schoße der Erde mannigfache Überreste aus jenen Tagen.“

 

In diesem Zusammenhang sei auf die von dem Marmagener Felix Bretz in seiner Schrift „Marmagen 2000“ beschriebenen römischen Funde aufmerksam gemacht.

 

Geschichte formt. Keltischer Ursprung, römische Inbesitznahme und fränkische Prägung hinterlassen Spuren.

 

Die Geschichte nennt mehrere Marmagener Ritter, von denen eine Anzahl tüchtige Helfer der Kölner Kurfürsten war: Marsilius von Marmagen (1269), Truchseß Konrad von Marmagen (1297), Hermann von Marmagen und dessen Tochter Hildegundis (12.Jhd.), um nur einige zu nennen. Lebendige Marmagener Tüchtigkeit trägt sich ab 1680 noch einmal mit Tag und Datum in die Weltgeschichte ein. Unter diesem Datum (10. Januar) nennen die Marmagener Kirchenbücher einen Mann namens Leo Heinrich Bonikhausen, verheiratet mit Güdula Schnorrenbergh. Sie sagen von ihm, er sei Sakristan und Lehrer im Dorf.

 

Als die Pariser im Jahre 1964 die 75 jährige Existenz des Eiffelturmes feierten, fielen die Marmagener aus allen Wolken, weil aus Frankreich die Botschaft kam, dass eben jener Leo Heinrich Bonikhausen der Stammvater des Geschlechtes derer von Eiffel und damit des Erbauers des Eiffelturmes, Gustave Eiffel, war.

 

Der Sohn Wilhelm Heinrich, in Marmagen geboren, war um 1700 nach Frankreich ausgewandert, hatte sich in Dijon niedergelassen und dort mit einer ebenfalls ausgewanderten Deutschen, einer Dame namens Lideritz, die französische Familie Bonihausen gegründet, die sich später wegen der Unmöglichkeit, den deutschen Namen zu französisieren, einfach Eiffel nannte; nach der Landschaft ihrer Herkunft.
Im Mittelalter stand das Dorf in engen Beziehungen zu der benachbarten Prämonstratenserabtei Steinfeld, deren Patres sich mehrfach das lieblich gelegene Örtchen als Ruhesitz für ihre späteren Tage erwählten. So starb im Jahre 1580 der gelehrte Prior Peter Mockel als Pastor von Marmagen.

 

Zur Zeit der Gründung des Eifelvereins zählte der Ort etwa 650 Einwohner. Es wird vermerkt, dass sich das Dorf durchgehend eines behaglichen Wohlstandes erfreut, der auf die Fruchtbarkeit der Äcker und Wiesen zurückzuführen ist. Das Dorf, friedlich an einer Berglehne ruhend, macht mit den sauberen, aus dem Grün der Obstbäume hervorlugenden Häusern einen schmucken Eindruck, und gar mancher Wanderer, der die in mehrfachen Windungen bergansteigende Dorfstraße entlang geht, ist erstaunt über die vielen stattlichen Häuser, denen er begegnet. Zu diesen gehören auch die Gasthäuser des Ortes, in denen der Fremde gute Unterkunft und Verpflegung findet.

 

Die Mitglieder der Ortgruppe Marmagen haben sich in den ersten Jahren zur Durchführung von Wanderungen wenig veranlaßt gesehen. „Diese sind nach Ansicht der Mitglieder, die an den Werktagen so viele berufliche Wanderungen machen müssen, überflüssig“, heißt es im Protokoll. Nur einmal ist in den Anfangsjahren die Rede von einem Picknick in der Nähe von Blankenheim-Wald, zu dem einige Frauen auch noch mit dem Wagen befördert wurden.

 

Man hatte sich damals offenbar vorgestellt, Marmagen könne, da die Gegend ziemlich schneereich ist, für den Wintersport erschlossen werden. Der Vorsitzende Wilhelm Schumacher sandte dienstags und freitags Schneewetterkarten nach Bonn „behufs Einführung des Schneesports in Marmagen“. Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Zwei Jahre nach Gründung war man der Meinung, man könne mit dem Erreichten zufrieden sein. Es waren Bänke aufgestellt, Schilder angebracht und eine Brücke „In der Laufbach“ errichtet worden. Der Lehrer Wilhelm Schumacher wäre ebenso wie Dr. med. Alois Schmidt ohne die Existenz des „Eifelvereinsblattes“ nie dazu gekommen, etwas zu veröffentlichen. Schumacher schrieb über frühere Verhältnisse im Dorf und über Geistergeschichten, die damals noch sehr lebendig waren. Seine Zurückhaltung nötigte ihn, sich des Pseudonyms Wilhelm Anders zu bedienen.

 

Seit Bestehen der Eifel-Höhenklinik wird Marmagen heute mehr denn je besucht. Wer die nach dem letzten Krieg entstandenen Waldwege betritt, stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Erschließung dieses Waldes fest; nicht zu vergessen die neuen Fußpfade in der Nähe der Klinik. Patienten, die in ihr ständig verbleiben, haben das Waldpanorama vor Augen.


Das 100 jährige Jubiläum wollen wir auch nutzen, unserem Dorf eine glückliche Zukunft und allen Bürgerinnen und Bürgern ein Leben in Frieden und Freiheit zu wünschen.

INFO-Heft 100 Jahre Ortgruppe Marmagen

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